Kein Arbeitsplatzabbau bei Zeiss Microscopy GmbH (05.11.2015)

1. Der Kreistag des Landkreises Göttingen erklärt sich solidarisch mit den Beschäftigten und dem Betriebsrat der Carl Zeiss AG in Göttingen und fordert den Vorstand der Carl Zeiss AG auf, seine Entscheidung über den Wegfall von über 400 Arbeitsplätzen in Göttingen bei der Zeiss-Tochter Microscopy GmbH zurückzunehmen.

2. Der massive Stellenabbau am Standort Göttingen durch die Schließung der Entwicklungsabteilung in Göttingen ist falsch – für das Unternehmen und den Standort Göttingen.

3. Der Kreistag des Landkreises Göttingen bittet den Ministerpräsidenten des Landes Niedersachsen, Stephan Weil, und den Nds. Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Olaf Lies, die örtlichen Landtags- und Bundestagsabgeordneten aller Fraktionen so schnell wie möglich Gespräche mit den Verantwortlichen der Carl Zeiss AG aufzunehmen – soweit dies noch nicht geschehen ist – mit dem Ziel, die Arbeitsplätze und den Standort in Göttingen zu erhalten.

4. Der Landrat wird beauftragt, den Vorstand und den Betriebsrat (Gesamtbetriebsrat) der Carl Zeiss AG von dieser Resolution in Kenntnis zu setzen.

Begründung

Der Kreistag des Landkreises Göttingen sieht mit großer Sorge die vom Vorstand der Carl Zeiss AG getroffene Entscheidung über 400 Arbeitsplätze am Standort Göttingen bei der Zeiss-Tochter Microscopy GmbH abzubauen.

Eine funktionierende Einheit wird zerstört. Hunderte von Arbeitsplätzen gehen durch die Entscheidungen des Zeiss-Vorstandes in Göttingen verloren. Aus Göttingen verschwinden werden alle Werksbereiche – inklusive Forschung und Entwicklung – außer der Fertigung.

Im Göttinger Werk gibt es jedoch eine starke Anbindung von Industrie und Wissenschaft, somit von Forschung und Entwicklung. Beides ist nicht nur für die Produktentwicklung, sondern auch für die Gewinnung hochqualifizierter Fachkräfte unabdingbar.

Durch die Verlagerung der Arbeitsplätze würde Südniedersachsen schwer belastet. Kaufkraft, aber auch Knowhow gingen der Region verloren und Familien würden getrennt.

Interfraktionell eingebracht, einstimmig beschlossen.