Antrag: Schülercoaching absichern! (17.10.2012)

Gruppe SPD-Grüne im Kreistag Göttingen

Sehr geehrter Herr Landrat,
wir möchten Sie bitten, den folgenden Antrag der Gruppe SPD / Bündnis 90/Die Grünen auf die Tagesordnung des Schulausschusses am 04.10. zu setzen:

Resolution an das Land Niedersachsen:
Schülercoaching an den Berufsbildenden Schulen auch weiterhin durchführen!

Der Göttinger Kreistag fordert das Land Niedersachsen auf, die Durchführung des Schülerco­achings an den Berufsbildenden Schulen im Landkreis Göttingen durch die Bereitstellung von verlässlichen Ressourcen und/oder durch den Erlass geeigneter rechtlicher Rahmenbedin­gungen abzusichern.

Begründung
Seit dem Schuljahr 2011/2012 werden an allen fünf berufsbildenden Schulen des Landkreises Göttingen über 300 Schülerinnen und Schüler von ihren Lehrkräften systematisch gecoacht. Die Einführung des Schülercoachings erfolgte im Rahmen eines Innovationsvorhabens des Niedersächsischen Kultusministeriums (vgl. http://www.innovationsprojekt-coaching.org). Sie wurde unterstützt vom Landkreis Göttingen, von der Landesschulbehörde Braunschweig, der Kreishandwerkerschaft Südniedersachsen und der Industrie-und Handelskammer Hannover, Geschäftsstelle Göttingen. Anlass für die erstmalige landkreisweite Einführung des Schülercoachings waren dessen bereits an verschiedenen, auch allgemeinbildenden Schulen beobachteten Effekte: Verbesse­rung des Lernklimas und Erhöhung der Zufriedenheit von SchülerInnen und Lehrkräften sowie in der Folge auch Verbesserung von SchülerInnenleistungen. Im Rahmen des Projekts wur­den die Effekte nun – das zeigen die Ergebnisse einer im Rahmen des Projekts erfolgten um­fassenden Evaluierung – auf breiter Ebene bestätigt (vgl. Albert Fischer/Gerrit Klinge: Schü­lercoaching. Umsetzung, Ergebnisse, Perspektiven, Göttingen/Hannover 2012). Andreas Gliem, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Südniedersachsen spricht zu Recht von einer „Win-Win-Situation für alle Beteiligten“. Schülercoaching erfolgt außerhalb des Unterrichts und zusätzlich zum Unterricht. – Jeder Schüler bzw. jede Schülerin führt auf freiwilliger Basis mit einer Lehrkraft ca. alle sechs bis sieben Wochen ein Coachinggespräch, dies nach jenen Prinzipien, die sich im Coaching von Managern und Freiberuflern seit langen Jahren bewährt haben. Hierfür bedarf es -dies hat sich im laufenden Schuljahr gezeigt-abgesicherter zeitlicher Ressourcen. Die Resonanz auf das Schülercoaching ist sowohl bei den beteiligten Lehrkräften, vor allem aber bei den beteiligten SchülerInnen hoch. Sie wollen es mit Blick auf erreichten Erfolge wei­ter praktizieren; das diesbezügliche Ergebnis der Evaluierung ist ganz und gar eindeutig. Der Kreistag des Landkreises Göttingen bittet deshalb das Kultusministerium, die hierfür er­forderlichen zeitlichen Ressourcen bereit zu stellen, da ansonsten das erfolgreich durchge­führte Coaching von SchülerInnen in Berufsfachschul-und Berufseinstiegsklassen der BBSen im Landkreis wieder auszulaufen droht. Ein wichtiger Beitrag zur Förderung der Ausbildungs­reife (insbesondere im Bereich der Personalkompetenzen) für junge Menschen in der Region ginge damit verloren und ein bemerkenswertes Innovationskonzept der beruflichen Bildung in Niedersachsen würde nach der Ersterprobung faktisch „eingestampft“.