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Gruppenbild Foto: SPD-Fraktion

Zum Tod von Thomas Oppermann

TO Trauerbild Foto: Archiv

All den Menschen innerhalb und außerhalb unserer Partei, die Thomas Oppermann noch in den letzten Wochen privat oder bei seiner politischen Arbeit erleben durften, wird es bei der Nachricht von Thomas‘ Tod ähnlich ergangen sein. Als ich davon hörte, war meine erste Reaktion Fassungslosigkeit, ja Ungläubigkeit. Die Nachricht von seinem Tode schien mir unbegreiflich, weil sie sich mit meinem Eindruck, den Thomas in den vorausgegangenen Wochen vermittelt hat – nämlich den von Gesundheit und Freude am Leben, an der Politik und nicht zuletzt Vorfreude auf das, was nach der aktiven Zeit folgen sollte –, nicht vertragen wollte. Es ist eine bittere Realität.

Thomas hat als Politiker in herausragenden Positionen auf Bundes- und Landesebene gearbeitet und war von 2001 – 2005 Mitglied unserer Kreistagsfraktion. Er gab sein Mandat als Kreistagsabgeordneter ab, um sich stärker den Aufgaben als Bundestagsabgeordneter widmen zu können. Diese gewissenhafte und fleißige Arbeit hat ihn in höchste Fraktions- und Parlamentsämter geführt. Als Vorsitzendem des Unterbezirks lag ihm das Wirken der Kreistagsfraktion besonders am Herzen.

Aus einem Gespräch mit ihm weiß ich, dass er sich sehr auf die Zeit nach seiner aktiven Arbeit als Bundestagsabgeordneter gefreut hat, dass er offensichtlich auch schon Pläne für diese Zeit entwickelt hatte. Er wollte vorbereitet sein – so entsprach es seinem Naturell.

Zur Biografie von Thomas gehört auch ein zweijähriger Friedensdienst in den USA mit der Aktion Sühnezeichen/Friedensdienst. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirchen in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, urteilt darüber so: „Dass junge Leute in Friedenseinsätze in andere Länder geschickt werden, ist ein kleiner, aber nachhaltiger Schritt, um Alternativen zum Einsatz militärischer Gewalt zu stärken. Immer wieder begegnen mir Menschen, die entscheidende biografische Impulse aus solchen Einsätzen in ihr ganzes Lebens mitgenommen haben.“ So war das auch bei Thomas, der nach Rückkehr sein junges Leben neu ausrichtete.

Nun ist alles anders gekommen. Unsere Gedanken sind bei seinen Angehörigen und den engsten Vertrauten von Thomas. Ihnen gilt unsere aufrichtige Anteilnahme. Mögen sie sich im Wissen darum, dass viele Menschen ihre Trauer teilen, unterstützt und gestärkt fühlen. Wir alle haben einen herausragenden Politiker und einen großartigen Menschen verloren.

Reinhard Dierkes
Fraktionsvorsitzender

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