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Antrag der Gruppe SPD / Bündnis 90/Die Grünen / FWLG zur Sitzung des Umweltausschusses am 15. Mai, des Kreisausschusses am 21. Mai sowie des Kreistages am 23. Mai 2019

Der Kreistag möge beschließen:

Die Verwaltung des Landkreises wird aufgefordert, kreiseigene Flächen auszuwählen, die insekten- und bienenfreundlich umgestaltet werden können, dies schließt die eigenen Schulgrundstücke mit ein.

Für die Homepage des Landkreises soll ein Appell / Handlungshinweis zur Umsetzung von bienen- und insektenfreundlichen Maßnahmen im bebauten Bereich und in der offenen Landschaft verfasst bzw. auf Initiativen von Institutionen und Verbänden zum Thema hingewiesen werden.

Im Rahmen der Bauleitplanung sind Hinweise zur insekten- und bienenfreundlichen Gestaltung der Grünflächen aufzunehmen.

Es ist zu prüfen, ob zur Finanzierung der Maßnahmen Fördermittel genutzt werden können.

Begründung

Der Bestand der Insekten ist in den vergangenen Jahren um mehr als 70 % zurückgegangen.

Neben der Funktion als Bestäuber von Kultur- und Wildpflanzen sind Insekten die Nahrungsquelle für viele Vögel, Reptilien, Kleinsäuger und andere Lebewesen. Auch deren Rückgang ist bereits nachweisbar, der Bestand der Feldvögel z.B. ist seit 1965 um etwa 65 % zurückgegangen.

Als Ursachen für Artenverlust und Rückgang der Insektenbiomasse ist u.a. eine vielfältige Intensivierung der Landnutzung auszumachen. Dazu gehören der regelmäßige Einsatz von Chemikalien, die Versiegelung der Böden und die strukturelle Verarmung des Lebensraumes von natürlicher Fauna und Flora.

Um Insekten wieder mehr geeigneten Lebensraum zu bieten, gibt es bewährte Möglichkeiten und Maßnahmen, insbesondere auch im Rahmen von landwirtschaftlichen Strukturen. Als Entscheidungsträger des Landkreises möchten wir zunächst im eigenen Bereich versuchen, positive Änderungen zum Erhalt der Artenvielfalt vor Ort umzusetzen oder auch helfen, dies in den Kommunen anzuregen – die Einrichtung von Blühwiesen und -streifen als z.B. geeignete Maßnahme soll dies beispielhaft verdeutlichen.

Einige Kommunen im Landkreis sind hier bereits aktiv. Mit Eigeninitiative auf eigenen Flächen, aber auch mit Informationen und Unterstützung von Gemeinden und Privatpersonen möchte die Gruppe im Kreistag die Biodiversität fördern und einem weiteren Rückgang der Insektenvielfalt entgegenwirken.

gez. Dierkes gez. Worbes gez. Dinges