Prüfantrag

Zusammenstellung von Voraussetzungen für die Erarbeitung einer Einsamkeitsstrategie im Landkreis Göttingen

Der Kreisausschuss am 18.02.2026 möge empfehlen und der Kreistag am 18.02.2026 möge beschließen:

Die Verwaltung wird gebeten zu prüfen und dem zuständigen Ausschuss zu berichten,
1. welche organisatorischen, personellen und finanziellen Voraussetzungen aus Sicht der Verwaltung erforderlich sind, um eine integrierte Einsamkeitsstrategie für den Landkreis Göttingen zu erarbeiten,
2. welche bestehenden Strukturen, Konzepte und Projekte dafür genutzt oder weiterentwickelt werden können,
3. welche Förderprogramme von Bund, Land und EU grundsätzlich in Betracht kommen und welche Vorarbeiten dafür notwendig wären,
4. welcher zeitliche Rahmen aus Verwaltungssicht realistisch ist,
5. welche Rolle der Landkreis dabei sinnvollerweise einnimmt (z. B. Koordination, Vernetzung, Steuerung), und wie die kreisangehörigen Gemeinden sinnvoll und niedrigschwellig in die Erarbeitung und spätere Umsetzung einer Einsamkeitsstrategie einbezogen werden können – unter Berücksichtigung unterschiedlicher Ausgangslagen in Mittelzentren und ländlichen Räumen sowie vorhandener Strukturen vor Ort.


Begründung
Einsamkeit ist ein wachsendes gesellschaftliches Problem und betrifft Menschen aller Altersgruppen – nicht nur ältere Menschen, sondern auch Jugendliche, Menschen mittleren Alters sowie Personen in Care-Situationen oder mit psychischen Belastungen. Sie wirkt sich negativ auf Gesundheit, Lebenszufriedenheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt aus und kann – wie aktuelle Studien zeigen – auch das Vertrauen in Demokratie und Politik schwächen. Bund und Land haben auf diese Entwicklung bereits reagiert. Die Strategie der Bundesregierung gegen Einsamkeit benennt die kommunale Ebene ausdrücklich als zentralen Handlungsort, etwa über integrierte Sozialplanung, lokale Allianzen und die Nutzung von Förderprogrammen. Auch das Land Niedersachsen setzt mit der Initiative „GEMEINSAM – nicht einsam“ auf Vernetzung und kommunale Projekte. Der Landkreis Göttingen ist aufgrund seiner Rolle zwischen Kommunen, Zivilgesellschaft und Fachplanung besonders geeignet, hier koordinierend tätig zu werden. Gleichzeitig zeigt sich, dass die Erarbeitung einer Einsamkeitsstrategie – insbesondere mit Blick auf Finanzierung, Förderlogiken und Personal – komplex ist und sorgfältiger Vorbereitung bedarf.


gez. Steffani Wirth gez. Dietmar Linne gez. Thorsten Heinze