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Barlissen 150

6. April 2011: 100 Prozent Energiewende möglich

Eine Versorgung mit 100 Prozent erneuerbaren Energien im Landkreis ist machbar. Und nötig. Das ist das Fazit einer Veranstaltung der SPD-Fraktion vor Ort im Bioenergiedorf Jühnde. Fraktionsvorsitzender Jörg Wieland stellte gleich zur Begrüßung fest: „Die Behauptung, die Erneuerbaren seien teurer als die fossile Energie, ist eine Mär“.

Ingrid Möhring wies auf den von der SPD initiierten Kreistagsbeschluss vom Dezember 2010 hin, wonach die Energieversorgung im Landkreis bis 2040 Schritt für Schritt auf Erneuerbare Energien umgestellt wird. „Wir wollen das“.

Wolfgang Tiefensee bezeichnete dieses Ziel als machbar. „Das ist eine große Chance für den ländlichen Raum, denn dieser profitiere enorm von der Energiewende.“ Hier könne ein breiter Energiemix erreicht und eine dezentrale Versorgung aufgebaut werden. Bioenergiedörfer wie Jühnde und Barlissen seien dafür ein exzellentes Beispiel.
Dem schloss sich Bernhard Reuter an und forderte dazu auf, das Thema entschlossen regional voranzutreiben. Die erneuerbaren Energie würden nach Schätzungen der Experten in zwei Jahrzehnten 700000 Jobs schaffen. „Die Erneuerbaren schaffen mehr Jobs als die deutsche Automobilindustrie“, sagte der Osteroder Landrat. Bis 2020 werde sich die Wertschöpfung der Erneuerbaren Energien verdoppeln, prophezeit Reuter.
Doreen Fragel legte ihren Schwerpunkt auf den nötigen Bewusstseinswandel in der Bevölkerung. Die Energiewende sei nur mit Einsparung zu erreichen. „Jede Kilowattstunde, die wir nicht verbrauchen, müssen wir gar nicht erst erzeugen“, sagte Fragel. Die Energieagentur Region Göttingen biete eine umfassende Energieberatung. Auch im ländlichen Raum sei die Altbausanierung ein wichtiges Themen.

Heiko Lohrengel machte die Chancen neuer Projekte deutlich. Das Bioenergiedorf Jühnde produziere doppelt soviel Strom wie benötigt. „Die Elektromobilität kann für uns einen neuen Absatzweg bieten“, erläuterte der Energiefachmann. Der ländliche Raum sei hervorragen für die Umsetzung der E-Mobilität geeignet. Von den knapp 100 Teilnehmern wurde auch eine Verbesserung im Planungsrecht der Kommunen gefordert. Das Recht sei veraltet, die erneuerbaren Energien würden teilweise noch benachteiligt.

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